LIZARDIREN LEIHOAK III
Eduardo Chillida
SAN SEBáSTIAN 1924 - 2002 SAN SEBáSTIAN
LIZARDIREN LEIHOAK III
1983
RADIERUNG (HARZ)
UNTEN LINKS SIGNIERT UND BEZEICHNET: "CHILLIDA"
NUMMERTIERT: IX/X
DIE IM WERKVERZEICHNIS ERWÄHNTE AUFLAGE I-V, DIE HERR VAN DER KOELEN AUS DEM HANDSCHRIFTLICHEN NOTIZBUCH DES DRUCKERS ÜBERNAHM KÖNNTE EVENTUELL VERWECHSELT WORDEN SEIN ,SODASS ES TATSÄCHLICH EINE AUFLAGE I-X GIBT WIE UNSERE ARBEIT ZEIGT.
DRUCKER: TALLER HATZ, SAN SEBASTIÁN, SPANIEN
VERLEGER: GALERÍA ANTONIO MACHON, MADRID
53,5 X 75, 5 CM
PROVENIENZ

GALERIE BIEDERMANN, MÜNCHEN


PRIVATSAMMLUNG, FRANKFURT

LITERATUR

MUSEO BARJOLA, GIJÓN 1990, S. 45


MUSEO MUNICIPAL, OURENSE 1992, NR. 37


MUSEO DE BELLAS ARTES, BILBAO 1986, S. 101

Eduardo Chillida wird 1924 in San Sebástian, Spanien geboren. 1943 zieht der Bildhauer und Zeichner zum Studium nach Madrid. Seine Architekturausbildung bricht er 1947 ab und nimmt ein Kunststudium an der privaten Madrider Kunstakademie Círculo de Bellas Artes auf.


Viele der Werke Chillidas haben eine politische Aussage und erscheinen seit dem Ende der 1950er Jahre in monumentalem Format. 1958 erhält der Künstler für seine Arbeit den großen Internationalen Preis für Bildhauerei der Biennale von Venedig. Das Werk Chillidas ist gekennzeichnet durch dessen Auffassung von plastischer Kunst, die immer den Raum in den Vordergrund stellt. Der Raum und seine Metamorphosen sind zentrales Thema in Chillidas Arbeiten. Dieser thematische Schwerpunkt bildet die Verbindungseben zwischen den verschiedenen Ausdrucksweisen des Künstlers. Nach Chillida gibt der leere Raum den Formen erst ihre Gestalt. Die Leere, die in seinen Arbeiten teilweise fast greifbar erscheint, ist ganz im Sinne Heideggers nicht Mangel, sondern Kraft. Der Künstler begreift im Dialog mit der Philosophie seine Kunst als ein Schaffen von Orten – eine  Verbildlichung dieser. Die Druckgrafiken folgen ebenso wie Chillidas Skulpturen dieser Denkweise und wollen ein Erkennen und Begreifen des Unfassbaren ermöglichen.


Das grafische Œvre Chillidas umfasst über 500 Werke. Insbesondere die Druckgrafiken in Schwarz und Weiß, wie die vorliegende Arbeit, leben von der kontrastreichen Farbwahl des Künstlers. 1967/68 wird die schwarze Farbe zu einem der wichtigsten Gestaltungsmittel Chillidas. Durch die präzise Platzierung der schwarzen und weißen Farbflächen erscheint die dargelegte Druckgrafik fast wie ein Scherenschnitt. Gleichzeitig erinnert sie an einen Grundriss aus der Vogelperspektive. Hierbei lässt sich wie bei vielen von Chillidas Druckgrafiken nicht eindeutig feststellen was Raum und was Form ist, so eng scheinen beide miteinander verbunden. Die abstrakten Formen in Schwarz und Weiß ziehen den Betrachter mit der ihnen zugrunde liegenden Dynamik nicht nur in ihren Bann, sondern schaffen es auch, diesen in ihrer Schlichtheit emotional zu berühren.