UNTITLED
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Sam Francis
SAN MATEO 1923 - 1994 SANTA MONICA
UNTITLED
1985
ACRYL AUF PAPIER
NICHT SIGNIERT
MIT SAM FRANCIS NACHLASS-LOGOSTEMPEL
31,2 x 7,6 CM
PROVENIENZ

NACHLASS DES KÜNSTLERS

LITERATUR

DAS WERK IST UNTER DER INTERIMS-IDENTIFIKATIONSNUMMER 85-256 FÜR DAS IN VORBEREITUNG BEFINDLICHE WERKVERZEICHNIS DER WERKE AUF PAPIER VON SAM FRANCIS VORGESEHEN. DIESE INFORMATION KANN SICH ANHAND WISSENSCHAFTLICHER FORSCHUNGEN DER SAM FRANCIS FOUNDATION ÄNDERN.

Als Kosmopolit im besten Sinne führte der 1923 in San Mateo, Kalifornien, geborene Sam Francis ein Leben zwischen drei Kontinenten. Neben seiner Heimat USA, hauptsächlich in Kalifornien und New York lebend, war diese herausragende Künstlerpersönlichkeit in Europa zutiefst mit Paris und Bern verbunden. Seine große Faszination für Asien, zahlreiche lange Aufenthalte und ein Wohnsitz in Tokyo, prägten den Künstler darüber hinaus und bereicherten sein Werk zutiefst.


So gelang es dem Künstler seine eigene, unverwechselbare Bildsprache innerhalb des sogenannten „Action Paintings“ zu finden. Dabei spielte die Methode des Dripping eines Jackson Pollock, die kalligrafische Monumentalität eines Clifford Still und die geheimnisvollen, übereinanderliegenden Farbschleier Mark Rothkos, wie auch die Werke des Abstrakten Expressionismus mit ihrer Befreiung der Farbe für ihn eine inspirierende Rolle. In seinen Werken dominiert die Kraft der reinen, sich verströmenden Farbe, wobei gemäß eines Overall-Konzeptes des Bildes die Spuren über die Ränder des Bildes hinausweisen. Wenn während seiner europäischen Periode grau und weiß als vorherrschende Farbwerte dominierten, war es gegen Ende seines Lebens das Blau, ein brillantes Blau, ein Blau des Himmels und des Meeres, welches er in lockeren Konstellationen und Spuren ins Bild integrierte. Auch die anderen, von ihm verwendeten Farben erlauben elementare Assoziationen zu Erfahrungen der Natur und des Landschaftlichen. Sein fast kalligrafisch umgesetzter Farbauftrag, seine Experimentierfreude sowohl mit Farben und Formen als auch mit Techniken und Strukturen führten zu unverwechselbaren Kompositionen, die trotz aller Neuformulierungen rhythmisch immer wiederkehrten. Der Schöpfungsprozess des Künstlers geschah intuitiv, spontan und vital, doch zugleich durchdacht. So trägt jedes seiner Werke in der Abstraktion die Künstlerpersönlichkeit in sich und birgt Sam Francis’ spirituell-philosophische Auseinandersetzung mit den Polaritäten des Lebens. Zu seinen Lebzeiten war der renommierte Künstler in unzähligen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen  vertreten. Sein Tod im Jahre 1994 beendete diese grandiose, eminent in die Kunstgeschichte eingegangene Karriere.


Die vorliegende Papierarbeit des renommierten Künstlers ist ein beispielloses Exempel für die künstlerische Fähigkeit und Qualität seiner Arbeiten. So gelingt Francis hier ein Werk, welches trotz, oder gerade wegen seiner Reduktion auf grundlegende Gestaltungselemente eine enorme Tiefenwirkung aufweist. Dies ist nicht zuletzt auf die einzigartige Malweise zurückzuführen, mit welcher Sam Francis durch Verwendung weniger Pinselstriche den Eindruck von Raffinesse und Stärke, wie auch Subtilität zugleich evoziert. Im Einklang mit dem Bildkonzept dieser Arbeit gilt es darüber hinaus auch ihr Format zu beachten. Es scheint, als ergänzten sich Format und Bildprogramm gegenseitig, sodass aus der Wechselwirkung dieser beiden Komponenten dem Œuvre des Künstlers ein weiteres,  einzigartiges Werk zugeschrieben werden kann.