LE SOLEIL ET LES PLANETES
LE PONT Á VAISON LA ROMAINELE SOLEIL ET LES PLANETES
Auguste Herbin
QUIÉVY 1882 - 1960 PARIS
LE SOLEIL ET LES PLANETES
1941
AQUARELL, GOUACHE UND BLEISTIFT AUF PAPIER
SIGNIERT UND DATIERT UNTEN RECHTS: "HERBIN 1941"
33 X 25 CM
PROVENIENZ

GALERIE LOUIS CARRÉ, PARIS
PRIVATSAMMLUNG, BRÜSSEL

GUTACHTEN

GUTACHTEN VON GENEVIÈVE  CLAISSE LIEGT VOR

Bereits im Jahr 1926 wandte sich Auguste Herbin mit elementaren, reinen Farbformen ohne gegenständliche, räumliche oder Bewegung assoziierende Bezüge einer definitiven Abstraktion zu. Es entstehen Bildwerke von feinsinniger Balance, deren kraftvolles und fröhliches Kolorit mit dieser vollkommenen Abstraktion der Gegenstände in tiefer Spannung zueinander stehen. Jene künstlerische Auseinandersetzung mit reiner, intensiver Farbe und geometrischer Formalität ist prägend für das Oeuvre von Auguste Herbin, und findet im Kompositionssystem „alphabet plastique“, welches um 1940 entwickelt wird und den zahlreichen Farbtheorien im Gesamtwerk „L'art non figuratif non objectif“ ihren Höhepunkt.[1] 


Unsere Arbeit Le Soleil et les Planetes aus dem Jahr 1941 entsteht ebenfalls in jenen Jahren, in welchen Herbin aus einem synthetischen Kunstverständnis heraus Farben, Formen und Buchstaben miteinander in Zusammenhang brachte. Die leuchtenden, lebendigen Farben sind für Auguste Herbin stets wichtiges Ausdrucksmittel tiefer, fast lyrisch Verbundenheit und erwecken einen besonders sinnlichen Eindruck gemalter Poesie. Oftmals erinnern seine systemischen Formulierungen an die Ornamentik früherer Epochen, da nicht nur rein geometrische Formen als auch nur rein kubistische Elemente seine Werke beleben. Unsere kleine Arbeit zeigt in ihrer Konzentration auf die geometrische Form eine sehr dynamische Komposition,  denn die Form von Kreis sowie ineinander fließende Binnenstrukturen dominieren den Bildaufbau und lassen die tiefe Auseinandersetzung mit Geometrie, Harmonie und Kolorit in seinem Schaffen erkennen. Die einzelnen Farbflächen fügen sich geschmeidig zu einem Ganzen und erhalten durch harmonisierende Farbtöne eine amorphe Dynamik, die an die delikate Körperlichkeit klassisch moderner Skulpturen erinnert. Als Anhänger eines theosophischen Weltbildes sah er in der geometrischen Strukturierung seiner Farbpalette eine Ausdrucksmöglichkeit für eine spirituelle Vision des Universums. Thematisch greift Herbin somit in dem vorliegenden Werk mit Sonne und den Planeten sehr bewusst ein Thema auf, in welchem er zum einen die symbolische und göttliche Kraft der Gestirne, die formale Geometrie von Körper und Bewegung der Himmelskörper als auch deren  Tiefenwirkung von Licht und Farbe  künstlerisch umsetzen kann. Diese geometrisch-farbige Rhythmik vermag Herbin wie kein anderer in seinen Komposition kraftvoll Ausdruck zu verleihen. Das Spannungsfeld von reinen Farbkontrasten lässt ein Bildlicht entstehen, welches wie eine farbige Apotheose des Naturlichts selbst anmutet. Mit kraftvollem Orange betont Herbin die Leuchtkraft von Sonne, Planeten und Sternen und zeigt vor einem  tiefen blauen Himmel die ganze universale Pracht des Universums 





[1] Lauter, Marlene: Auguste Herbin: Vom Spätimpressionismus zur Konkreten Kunst. Würzburg, 2009. S. 12ff.


[1] Lauter, Marlene: Auguste Herbin: Vom Spätimpressionismus zur Konkreten Kunst. Würzburg, 2009. p. 12ff.