FEMME COUCHÉE
FEMME COUCHÉELes Acrobates au CirqueLE VILLAGE
Georges Valmier
ANGOULÈME 1885 - 1937 PARIS
FEMME COUCHÉE
1931
GOUACHE AUF PAPIER
SIGNIERT UND DATIERT UNTEN RECHTS: „G.VALMIER“
21,5 X 28 CM
LITERATUR

DENISE BAZETTOUX, WERKVERZEICHNISS VON GEORGE VALMIER, NR. 766.
DAS VORLIEGENDE WERK IST EINE VORARBEIT ZU DEM IM WERKKATALOG NR. 762 ABGEBILDETEN ÖLGEMÄLDE.

Anfang der 1930er Jahre wendet sich Georges Valmier wieder verstärkt der Abstraktion zu und tritt der Gruppe ‚Abstraction-Création‘ bei, zu dessen Gründungsmitgliedern unter anderem auch Auguste Herbin und Jean Hélion gehören.1 Die praktische als auch besonders die theoretische Auseinandersetzung der Gruppe mit den Phänomenen von Farbe, Optik und Abstraktion trägt maßgeblich zu einer größeren Anerkennung jener neuen, modernen Kunst bei, welche sich frei von Gegenstand, Symbolik und traditioneller Bedeutungsebene bewegen will. Valmiers ursprünglich kubistisch verhaftete Formsprache wird nun durch geschwungene, beinahe organisch anmutende Formgebilde in harmonische Kompositionen gesetzt. Ein besonders lebendiges und intensives Kolorit prägt den Charakter seiner Werke und ist selbstbewusst und kraftvoll gewählt um dem Betrachter die Faszination reinster Farbe aufzuzeigen. Der Künstler bereitet zahlreiche seiner Gemälde mit herausragenden Gouachen und Collagen vor, so das zu jedem Motiv sich teilweise nur in Farben oder Nuancen unterscheidende Kompositionsstudien entstehen, mit welchen er sich einem endgültigen Motiv nähert.


Auch unsere delikate Arbeit „Femme Couchée“ aus dem Jahr 1931 ist eine Vorarbeit zu einem später ausgeführten Gemälde und verdeutlicht Valmiers intensive Auseinandersetzung mit reinster Farbe. Zwar ist die Abstraktion augenscheinlich das bedeutende Thema, doch verführt der Titel zu weiterer Interpretation und Erspüren des Bildes und lässt tatsächlich die Schlafende vermuten. In sanft geschwungenen Linien verfestigt sich das Abbild des weiblichen Körpers, welcher sich vom kubischen Hintergrund löst. Die beinahe greifbare Intimität und verletzliche Introvertiertheit des Dargestellten wird spannungsreich durch die starke und extrovertierte Farbigkeit in Kontrast gesetzt. In dieser sensiblen und feinsinnigen Bildkomposition vermag Valmier sein ganzes Können als etablierter und selbstbewusster Künstler seiner Zeit zu veranschaulichen ohne dabei den Kanon früherer Bildtraditionen aus den Augen zu verlieren.





(1) Bazetoux, Denise: Georges Valmier Catalogue, Paris 1993, S. 25ff.